Lösungsorientierte, kreative Blockseminare

Sommersemester 2013. Zum sechsten Mal findet das Seminar Service Learning statt. Der Lehrstuhl Informationsmanagement (wi²) vermittelt den Studierenden in diesem Schlüsselqualifikationsseminar bürgerliche Teilhabe. Das heißt die Teilnehmer sollen wirtschaftsinformatikbezogene Herausforderungen von gemeinnützigen Partnern lösen.

Seit 2010, also zum vierten Mal, arbeiten die Studierenden an einem größeren Projekt: home. Es wird eine Social Media Plattform geschaffen, die es Menschen mit geistiger Behinderung ermöglichen soll die Grundzüge von Social Media zu erproben. In einem sicheren Umfeld und unter Betreuung von Mentoren.

Seit zwei Semestern biete ich das Seminar als Blockveranstaltung an. In drei bis vier Blöcken à zwei Tagen, Freitag und Samstag à 4-6 Stunden, wird gemeinsam intensiv an den Arbeitspaketen gearbeitet. Zudem müssen die Teilnehmer des Seminars seit zwei Semestern Lernportfolios vortragen und verfassen.

Aber, alles der Reihe nach.

Warum im Blockseminar?

Die gestellten Herausforderungen sind real. Das heißt sie führen zu konkreten Problemlösungen die bisher nicht existierten. Das heißt aber auch, dass die Teilnehmer intensiv in die Problematik eingeführt und geleitet werden müssen. Außer in wenigen Ausnahmen habe ich festgestellt, dass diese Betreuung für alle Themen die bearbeitet wurden notwendig ist. Leider kann ich in einem klassisch ablaufenden Seminar (d.h. ein ein- oder zwei-wöchentliches, eineinhalbstündiges Treffen) nur wenig in der ersten Session mitgeben. Selbst eine ausführliche Vorabdokumentation reicht meist nicht aus um die Studierenden umfänglich in das jeweilige Thema einzuarbeiten. Die bestehenden Fragen können dann erst im nächsten Treffen geklärt werden, bei dem die Teams allerdings schon erste Arbeitsergebnisse präsentieren sollen. Auch ein klares Angebot sich bei jeder Frage über alle Kommunikationskanäle melden zu können wird in der Regel nicht wahrgenommen, egal wie klein die Hürde sein mag.

Im Gegenzug können in einem Blockseminar in den ersten zwei Sessions schon die wichtigsten Fragen im persönlichen Gespräch geklärt werden, weil die Studierenden während des Seminars anfangen ihre ersten Arbeitspakete zu erledigen.

Gelerntes

Ein Blockseminartermin muss wohl strukturiert sein. Auch wenn es darum geht, dass die Studierenden selbstständig Lösungen in einem nur vagen Lösungsraum suchen, müssen die einzelnen Schritte und vorhersehbaren Arbeitspakete geplant und kommuniziert werden. Eine Anpassung kann dann mit den Teams immer noch vorgenommen werden, sollte aber stets an alle kommuniziert werden. Dies verhilft unerfahrenen Teilnehmern sich in der Problemlösung zu organisieren. Durch das Angebot die Pläne noch anzupassen fühlen sich die erfahrenen Teilnehmer gleichzeitig nicht eingeengt.

Demnächst folgt:

  • Wie funktinoiert die Arbeit im Service Learning Seminar?
  • Wie kann man E-Lernportfolios sinnvoll im Blockseminar einsetzen?