Hausübung mit Feedback (HAITI)

Kurzbeschreibung

Der Beitrag ist angelehnt an Waldherr/Walter (2009), S. 43-51.

grosse_gruppenDie Methode Hausübung mit Feedback — erdacht von Hans-Christoph Bartscherer und von ihm HAITI benannt („Arbeit im Hörsaal, dann Arbeit im Team und dann wieder im Hörsaal“) — ist vornehmlich dafür gedacht, um studentische Selbstlernzeit sinnvoll mit Präsenzphasen zu verzahnen, entspricht den Gedanken des Just-in-Time Teachings und setzt das Prinzip Think-Pair-Share um. Es geht nicht darum, mehr Inhalte über die Präsenzzeit hinaus unterzubringen, sondern einen Teil der vorgesehenen Selbstlernzeit zu strukturieren.

Ziele

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  • Selbstständige, kontinuierliche Auseinandersetzung mit Aufgaben soll gefördert werden.
  • Teamarbeit soll aktiviert werden: Stärkere helfen Schwächeren.
  • Die studentische Gemeinschaft (speziell im ersten Semester) wird gestärkt.

Vorgehen

  • Der/die Lehrende erläutert zu Beginn des Semesters das Konzept.
  • Die Studierenden bilden Gruppen bis zu sechs Personen (für das ganze Semester). Ein/e GruppensprecherIn als Kontakt zur Lehrperson wird gewählt oder benannt und erhält ein Gruppenheft (siehe unten).
  • Der/die Lehrende verteilt die erste Aufgabe, die aus Teilaufgaben mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad besteht.
  • Die Studierenden befassen sich (über das Wochenende) einzeln mit der Aufgabe, treffen sich dann mit ihrer Gruppe, tauschen Ergebnisse aus und versuchen weitere Teile zu lösen.
  • SprecherIn entnimmt dem Gruppenheft einen Vordruck, auf dem die Gruppe ankreuzt, welche Teilaufgaben gelöst wurden und mitteilt, wo Probleme auftraten. Der Vordruck wird der Lehrperson übermittelt.
  • Die Lehrperson wertet die Vordrucke aus und gestaltet die nächste Präsenzphase gezielt mit Blick auf die Probleme, die die Studierenden geschildert haben.
  • In der Präsenzphase behandelt die Lehrperson Aufgaben, die die Mehrheit nicht lösen konnte, und lässt die Aufgaben weg, die überwiegend beherrscht wurden. Dadurch hat er/sie mehr Zeit für Diskussionen und Erläuterungen, gezielte Übungen und kann Studierende besser unterstützen.

Hinweise

  • Die Methode HAITI wird an der TU Braunschweig in Veranstaltungen des Instituts für Strömungsmechanik bereits genutzt.
  • Das Konzept lebt vom Engagement der Studierenden. Die Lehrenden müssen sich konsequent daran halten, nicht selbst die Lösungen zu den Aufgaben zu präsentieren, sollte sich niemand vorbereitet haben! Als Unterstützung können die Lehrenden etwa ab dem dritten Termin die Studierenden mit Hinweisen zur Zusammenarbeit in den Gruppen unterstützen.

Die Gruppenhefte enthalten

  • Methodische Hinweise zu HAITI und organisatorische Anmerkungen für den/die GruppensprecherIn; zudem ausdrücklich den Hinweis, dass es nicht seine/ihre Aufgabe ist, in den Präsenzphasen für die anderen Gruppenmitglieder zu sprechen oder die Ergebnisse der Gruppe vorzustellen.
  • Vorstrukturierte Gruppenbriefe (für jede Aufgabe bzw. Übungswoche einen), in denen die Gruppe ihren Bericht an die Lehrperson zusammenfasst.
  • Zwei Fragebögen, mit denen die Veranstaltung während des Semesters und am Ende des Semesters ausgewertet wird.

Varianten

  • Statt Briefe zu verteilen, können die Rückmeldungen durch den/die GruppensprecherIn auch digital erfolgen, etwa über geeignete Funktionen eines Lernmanagementsystems wie Stud.IP, ILIAS oder Moodle. Dadurch kann gegebenenfalls die Auswertung automatisch erfolgen.
  • Das Konzept ist mit weiteren Methoden verknüpfbar, etwa mit dem Flipped Classroom in der Arbeitsphase vor dem Präsenztermin oder mit dem Aktiven Plenum im Hörsaal.

Rahmenbedingungen

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  • Gruppengröße: 30-180 (erprobt, eventuell auch mehr)
  • Räumlichkeit: Seminarraum, Hörsaal
  • Vorbereitungszeit: Je nach Gruppe, ca. 1-2 Minuten je Bogen
  • Durchführungszeit: Je nach Sitzungsdauer, dank Fokussierung auf problematische Aufgaben effektivere Zeitnutzung
  • Gruppenheft mit Hinweisen für den/die GruppensprecherIn
  • Gruppenbriefe mit Aufgaben für jede Übungswoche
  • Evaluationsbögen

Links und Literatur

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