Tabu

Kurzbeschreibung

Dieser Beitrag baut auf den Ausarbeitungen von Kristina Lucius auf.

grosse_gruppenBeim Gesellschaftsspiel Tabu geht es darum, mündlich einen Begriff zu beschreiben, den andere Personen herausfinden müssen. Bei der Beschreibung des Begriffes dürfen jedoch bestimmte Wörter nicht benutzt werden. Dasselbe Prinzip lässt sich in zahlreichen Varianten in Lehrveranstaltungen einsetzen, um Inhalte zu wiederholen oder zu festigen.

Ziele

  • sandwich_101Durch Verknüpfung von Arbeit und Spiel soll eine entspannte und damit angenehme Lehr- und Lern-Atmosphäre geschaffen werden
  • Die Zusammenarbeit unter Studierenden soll gefördert werden
  • Begriffs- oder definitionsbezogene Inhalte sollen wachgerufen oder gefestigt werden

Vorgehen

Der Lehrende wählt Fachbegriffe aus, die umschrieben werden müssen. Die TeilnehmerInnen einer Veranstaltung werden in kleinere Gruppen eingeteilt und sammeln auf Karten zu Fachbegriffen fünf Tabu-Begriffe, die nicht genutzt werden dürfen. Jede Gruppe erhält unterschiedliche Fachbegriffe. In dieser Phase haben die Studierenden einen Anreiz, sich mit dem Thema hinter dem Fachbegriff auseinanderzusetzen und darüber zu diskutieren.

Im Anschluss spielen jeweils zwei Gruppen gegeneinander: Eine Person erhält die Karten der anderen Gruppe, auf der der Fachbegriff sowie die Tabu-Begriffe stehen. Die Person hat eine Minute Zeit, ihren Gruppenmitgliedern möglichst viele Fachbegriffe zu erklären, ohne die Tabubegriffe zu nutzen. Wird ein Fachbegriff korrekt herausgefunden, gibt es dafür einen Punkt. Wird einer der Tabu-Begriffe genutzt, gibt es keinen Punkt — darüber wacht die andere Gruppe und gibt im Falle des Falles ein eindeutiges Signal. Es wird solange mit der nächsten Karte weitergespielt, bis die Zeit verstrichen oder der Kartenstapel aufgebraucht ist. Gewonnen hat die Gruppe mit den meisten Punkten.

Im Anschluss hat der Lehrende die Möglichkeit, offene Fragen zum Inhalt zu beantworten, die sich womöglich aus der Diskussion oder der Spielrunde ergeben haben.

Beispielkarte -- von einem Pädagogen gefüllt! :-)

Beispielkarte — von einem Pädagogen gefüllt! 🙂

Hinweise

Die Methode Tabu wird wie beschrieben an der TU Braunschweig in Veranstaltungen des Instituts für Pädagogische Psychologie bereits genutzt.

Es bietet sich an, Regeldetails wie „keine Reimwörter“, „keine szenischen Darstellungen“, „keine Abkürzungen“, „keine Übersetzungen aus anderen Sprachen“, usw. vorab zu klären.

Varianten

  • Statt Fachbegriffen lassen sich beispielsweise auch Definitionen, Formeln, Persönlichkeiten, usw. verwenden, die dann herausgefunden werden müssen.
  • Die Lehrperson erstellt die Karten komplett, legt also selbst Fach- und Tabubegriffe fest. Hierbei in der Veranstaltung selbst Zeit gewonnen werden, dafür entfällt die vertiefte Beschäftigung mit den Begriffen. Diese Variante eignet sich also eher zum Aktivieren (zu Beginn einer Veranstaltung) denn zum Festigen von Inhalten.
  • Die Lehrperson erstellt zwei Karten komplett selbst, und teilt den Hörsaal in zwei große Gruppen. Eine Gruppe stellt einen „Zeitwächter“, die andere einen „Quietschmeister“, der auf Tabubegriffe achtet. Eine Person der ersten Gruppe umschreibt dann einen Fachbegriff, den die zweite Gruppe innerhalb einer bestimmten Frist herausbekommen soll. Gewonnen haben alle Studierenden, wenn dies gelingt. Danach kann es mit der Veranstaltung los- oder weitergehen. Die zweite Karte kommt als zweite Chance zum Einsatz, wenn der erste Begriff nicht herausgefunden wurde. Die Rollen der Gruppen werden dann getauscht.
  • Studierende legen die Begriffe fest, die Tabu sind, und der Lehrende hat die Aufgabe einen Fachbegriff ohne diese zu erklären. Hierbei kommt es jedoch nicht auf Zeit an, sondern um das „vollständige“ Erklären eines Begriffes. Bei dieser Variante verbleibt die „Hauptrolle“ zwar bei der Lehrperson, sie hat aber gerade den Reiz, gegen sie zu spielen. Es handelt sich gewissermaßen um eine aufgepeppte Form einer Zusammenfassung.

Rahmenbedingungen

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  • Gruppengröße: im Prinzip beliebig
  • Räumlichkeit: Seminarraum, Hörsaal, Wiese, …
  • Vorbereitungszeit: 5 Minuten für das Sammeln von Fachbegriffen durch die Lehrperson
  • Durchführungszeit: Zum Sammeln der Tabu-Begriffe je Fachbegriff etwa 2-3 Minuten und ca. 3 Minuten für das Spielen (Pufferzeit für Organisation nicht vergessen!)
  • Vorbereitete Karten mit Fachbegriffen zum Ausfüllen
  • Je nach Anzahl der Gruppen und Raumverhältnissen beispielsweise eine Glocke oder eine App wie „Game Show Buzzer“, um ein Signal geben zu können
  • Zeitmessinstrument

Links und Literatur

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