Was Lehrende zur Blognutzung motiviert

Im Sommer fand der erste Durchgang des Saxon Open Online Course zum Thema „Lernen 2.0: Persönliches Lern- und Wissensmanagement mit Social Media“ statt. In dessen Rahmen haben wir uns mit der Frage beschäftigt, warum u. a. Hochschullehrende immer öfter bestimmte Formate sozialer Medien nutzen.

Wie angekündigt, stellen wir unsere Auswertung
mit unseren drei Nutzertypen inkl. der Zusatzmaterialien,
die wir für unsere Evaluation genutzt haben,
nun detailliert und multimedial vor.

So kann passend zur weihnachtlichen Zeit bei Tee und Keksen darüber rege geschrieben und diskutiert werden.

Ausgangspunkt unserer Evaluation war ein Aufruf, der im Rahmen des Saxon Open Online Course (SOOC) 2013 entstanden ist. Die Antworten dieses Aufrufs auf die Frage, warum ProfessorInnen, DozentInnen und UniversitätsmitarbeiterInnen unterschiedlicher Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum bloggen, hat die Initiatorin des Aufrufs zusammengetragen.

Wir haben diese Antworten einer strukturierten Inhaltsanalyse in Anlehnung an Phillip Mayring unterzogen.

Auf Grundlage der herangezogenen Quellen zum Forschungsstand und unserer Evaluation kamen wir zu folgenden drei Hauptfunktionen und deren Definitionen, warum Lehrende das soziale Medium Blog nutzen:

Nutzen: Informationsmanagement
  • Wissen speichern (sammeln, organisieren, an einem Ort zusammentragen und / oder zusammenfassen, wiederfinden, archivieren)
  • fachlich reflektieren
  • die eigene Leistung verdeutlichen
  • Urheber sein
  • Einfluss nehmen
  • Wissen anderen zugänglich machen
    „Die Universität ist immer ein öffentlicher Ort gewesen. Wenn im Mittelalter oder zu Zeiten der Aufklärung ein Professor eine interessante Meinung vertrat, so wurde sie auch von einer breiten Öffentlichkeit auch außerhalb der Universität wahrgenommen. Ein Blog trägt also zur Wiederherstellung dessen, was einmal eine Universität gewesen ist und wieder werden sollte: Was man heute ein “Think Tank” nennt, das nicht nur bildet oder ausbildet, sondern auch Gesellschaft, Politik, Technik, Wirtschaft, Kunst und selbstverständlich auch die Bildungspolitik sowie die eigene Organisation beeinflusst.“
    Prof. Dr. François Bry, Prof. am Institut für Informatik, Ludwig-Maximilians-Uni München
  • Wissen von anderen aneignen
  • fachlich auf dem Laufenden bleiben
    „Die Weisheit der Vielen: Als Lehrender ist man in der Position, dass man ein breites Fachwissen haben sollte, denn die Fragen der Studierenden sind mannigfaltig. Dies kann man aber nicht in allen Bereichen haben, die Zeit zum Selbststudium ist begrenzt. Ein Ausweg ist, dass man zu einem Gebiet den eigenen Wissensstand formuliert und darauf hofft, dass Leute die mehr wissen, nicht im stillen Kämmerchen darüber lachen, sondern konstruktiv erweitern. […] Eine weitere Variante ist die Zusammenarbeit direkt beim Erstellen eines Artikels, einfach weil jeder hier und da noch einen Kniff hat.“
    Paul Balzer, WiMi im Labor für Fahrzeugmechatronik, HTW Dresden
  • neue Themen kennen lernen
  • Medienkompetenz erlangen
Nutzen: Identitätsmanagement
Nutzen: Beziehungsmanagement

Wie aus unserer Grafik ersichtlich, ergab unsere Analyse Überschneidungen bei der Nutzung von Blogs.

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Obwohl bei einzelnen evaluierten Beiträgen eine Präferenz in der Nutzung durch den
Autor / die Autorin ersichtlich war, konnte bei der Mehrzahl eine Vielfachnutzung festgestellt werden.

Ebenso vielfältig und persönlich können auch die Herausforderungen sein, die mit der Nutzung von sozialen Medien in der Lehre einhergehen können. Passend dazu wird das Thema „Lernen und Lehren mit Social Media“ im zweiten Durchgang des SOOC aufgegriffen. Wir sind gespannt, inwiefern die Kenntnis über das Warum das Wie beeinflusst.

Literatur, die wir zur Analyse des Forschungsstands und als Grundlage unserer Evaluation herangezogen haben:
  • Röll, M. (2006). Knowledge Blogs: Persönliche Weblogs im Intranet als Werkzeuge im Wissensmanagement. In A. Picot & T. Fischer (Hrg.), Weblogs professionell. Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld (S. 95–110). Heidelberg: dpunkt.Verl. URL: http://www.dpunkt.de/buecher/2387/weblogs-professionell.html [13.10.2013].
  • Schmidt, J., Schönberger, K., & Stegbauer, C. (2005). Erkundungen von Weblog-Nutzungen: Anmerkungen zum Stand der Forschung. In J. Schmidt, K. Schönberger & C. Stegbauer (Hrg.), Erkundungen des Bloggens. Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 6. URL: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B4_2005_Schmidt_Schoenberger_Stegbauer.pdf [13.10.2013].
  • Schmidt, J., & Mayer, F. (2006). Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse? Ergebnisse der Befragung ‚Wie ich blogge?!‘ 2005. Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02. URL: http://www.kowi.uni-bamberg.de/fonk/pdf/fonkbericht0602.pdf [13.10.2013].
2 Kommentar auf “Was Lehrende zur Blognutzung motiviert
  1. Anja Lorenz sagt:

    Da die Ergebnisse nur ausschnittweise zu sehen sind: ich gehe richtig in der Annahme, dass es irgendwo eingereicht werden soll? Könnt Ihr mir bitte Bescheid geben? Wäre sehr interessiert.

  2. Sunray Dollase sagt:

    Hallo Anja,

    zzt. haben wir nicht geplant, etwas über die Evaluation zu veröffentlichen. Diese haben wir erstellt, da wir natürlich auch oft gefragt werden, was der Nutzen bei der Portfolionutzung sei.
    Sollten wir doch noch etwas über die Evaluation veröffentlichen, informieren wir dich auf jeden Fall.

    Viele Grüße
    Sunray

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