WissenschaftlerInnen im Netz: von Forschungstagebüchern und Lehrportfolios

Obwohl das Internet die Welt verändert hat, zögern vor allem WissenschaftlerInnen in Deutschland, sich und ihre Ergebnisse öffentlich zu präsentieren und mit anderen darüber zu diskutieren. Das betrifft die Forschung wie die Lehre. Der Südwestrundfunk (SWR) hat eine halbstündige Reportage dazu veröffentlicht. Der Beitrag bezieht sich vorrangig auf Forschung, gilt aber eigentlich genauso für die Lehre – und das macht ihn auch für das Thema Lehrportfolios spannend.

Ab Kapitel 2 beschäftigt sich die Reportage mit öffentlichen Tagebüchern von ForscherInnen und den Vorteilen, die sie ihnen bieten. Professor Christian Spannagel beispielsweise berichtet, wie ihm sein Blog als Denkwerkzeug für Forschungsprojekte hilft. Auch Dr. Florian Freistetter hebt die Chancen hervor, die ihm das Bloggen bietet: Er könne die Öffentlichkeit für „sein“ Fach begeistern, die Astronomie. Eine internationale Perspektive bringt Dr. Mareike König ein. Sie arbeitet in Frankreich, wo das Bloggen einen ganz anderen Stellenwert habe als in Deutschland und von staatlicher Seite sogar als erwünschte Tätigkeit von WissenschaftlerInnen angesehen wird.

In Kapitel 3 der Reportage wird schließlich diskutiert, was viele schreckt, als WissenschaftlerIn überhaupt öffentlich im Internet in Erscheinung zu treten. Forschungstagebücher zu führen werde nicht honoriert, sondern als Zeitverschwendung abgetan:

Die Idealvorstellung, wie sie jetzt von Seiten der Förderorganisationen transportiert
wird, ist ein Wissenschaftler, der forscht und forscht und sonst nichts tut. (Florian Freistetter)

So sehe es wohl auch die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG), die oft Projekte finanziert. Der Publikationsweg Blog verdiene keine Bedeutung bei der Vergabe von Fördermitteln. Der SWR schlussfolgert daraus: „Wissenschaft soll weiter in ihrem Elfenbeinturm bleiben“.

Das letzte Kapitel spricht kurz Chancen an, die ein Mehr an Öffentlichkeit bieten kann, etwa:

Was kann sich denn eigentlich eine Bewerbungskommission mehr wünschen als einen Einblick in die Gedanken eines Bewerbers der letzten Jahre? Und die kriegt man, glaube ich, eher über Weblogs als über publizierte Forschungsergebnisse. (Christian Spannagel)

Dasselbe gilt letztlich auch für Lehrportfolios. Vorteile und Nachteile, Für und Wider. Was denkt ihr darüber? Was hält euch davon ab, selbst ein öffentliches Lehrportfolio zu führen? Was müsste sich ändern, damit ihr es tut?

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