Aufwand-Nutzen-Verhältnis

Lehrende an deutschen Hochschulen sehen sich trotz ihres breiteren Aufgabenspektrums in erster Linie als Forschende. In den vergangenen Jahren hat sich dieses Ungleichgewicht weiter zu Ungunsten der Lehre verschoben (vgl. Jacob/Teichler 2011, S. 33). Speziell von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen wird Zeit als überaus knappe Ressource betrachtet, die es gezielt für die eigene Qualifizierung einzusetzen gilt – über eine “Karriere” in der Wissenschaftswelt oder der Wirtschaft entscheidet die Promotion, nicht die Lehrtätigkeit. Dies bestätigen Ergebnisse aus den Interviews mit den PilotnutzerInnen im März 2013 und einer Onlinebefragung von TeilnehmerInnen von teach4TU-Angeboten im Frühjahr 2015. Sie weisen darauf hin, dass einigen NutzerInnen die Zeit fehlt, um ein E-Portfolio zu führen, das heißt sie geben anderen Tätigkeiten eine höhere Priorität. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach dem Nutzen verständlich, den das Führen eines Lehrportfolios haben kann.

Das sagen unsere NutzerInnen

„Ja dagegen spricht, glaube ich, der Aufwand. Deshalb habe ich das ja bisher auch noch nicht wirklich genutzt. Weil, ich glaube, man muss sich schon so ein bisschen aufraffen, dass man sagt ‚ok, jetzt setze ich mich nochmal an den Laptop und schreibe halt nochmal was auf.‘ […] Das ist halt Zeit, die man investieren muss. Und dann muss man halt gucken, habe ich die Zeit oder möchte ich sie dafür nutzen oder nicht. Ich glaube, das ist so ein bisschen…also für mich so die größte Hürde halt, der zusätzliche Aufwand, der damit verbunden ist.“

„Ich glaube, das […] ist so ein bisschen zweigleisig. Das Eine ist, ich müsste einfach ein bisschen mehr Zeit dafür haben. Also ich müsste die Zeit einfach haben, mich da wirklich mit zu beschäftigen. Und das ist einfach im Moment das Problem. Und das Andere ist natürlich, je offensichtlicher die Vorteile davon sind, desto eher hat man zumindest den Willen […] sich damit zu beschäftigen.“

Unsere bisherigen Lösungsansätze
Damit den TeilnehmerInnen der potenzielle Nutzen klarer wird, …

  • zeigen wir, welchen Nutzen bloggende Lehrende für sich sehen (z. B. Gedanken festhalten und ausformulieren, Feedback erhalten und Ansprache einer breiteren bzw. anderen Öffentlichkeit).
  • verweisen wir auf konkrete positive Erfahrungen von bloggenden Lehrenden (wie etwa Einladungen zu Konferenzen, die direkt auf das Bloggen zurückzuführen sind).
  • weisen wir darauf hin, dass sich ihnen der tatsächliche individuelle Wert eines Lehrportfolios erst erschließen wird (oder auch nicht), wenn sie es führen.

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