menschliches Domino!

Der Workshop Hörsaalspiele von Christian Spannagel und Kristina Lucius hat mich angeregt mit den Studierenden Domino zu spielen.

Ich habe das Domino-Spiel in der ersten Veranstaltung meines Seminars zur „Vertiefung empirischer Forschungsmethoden“ eingesetzt. Es ging also schon ein Grundlagenseminar voraus und ich wollte inhaltlich an das vorhergehende Semester anknüpfen.

Die Domino-Steine habe ich auf A4 Papier ausgedruckt (für zwei Gruppen: einmal rot, einmal grün). Weil es aus ihrer Sicht besser aussah, hat eine stud. Hilfskraft sie laminiert…“was für eine Verschwendung“ war mein erster Gedanke. Dann fand ich es optisch und haptisch toll, es war sowieso nicht mehr zu ändern.

Hier die einzelnen Domino-Paare (der erste Stein hat die Aufschrift „Start – Wissenschaft…“, der zweite „bemüht sich den … – Empirische Forschung“, und so weiter…)

 

Begriff Erläuterung
Start
Wissenschaft … …bemüht sich den Wahrheitsgehalt von Annahmen systematisch zu prüfen und Fehlerquellen durch systematisches und methodisch adäquates Vorgehen auszuschließen.
Empirische Forschung … …ist eine auf Erfahrung beruhende, methodisch adäquate und systematische Suche nach Erkenntnissen über die Welt, deren systematische Dokumentation und Veröffentlichung.
Die soziale Welt… … gründet sich auf dem interaktiven Handeln der Subjekte, ist sinnhaft strukturiert für Einzelne und Kollektive, tritt uns verdichtet gegenüber und ist geschichtlich und komplex.
Das Vorfinden von Komplexität erfordert … eine Reduktion durch den Forscher, damit die soziale Wirklichkeit zum einen wahrnehmbar, zum anderen untersuchbar und darstellbar wird.
Am Anfang eines empirischen Forschungsprozesses … … steht das Problem oder die Fragestellung, die einen umtreibt.
Mit dem Erstellen des Forschungsdesigns… …legt man seine grundlegende Forschungsstrategie fest (Art der Stichprobe, Anzahl der Messzeitpunkte, Eingriff vs. Kein Eingriff in die Wirklichkeit)
Die Datenerhebung … … ist der dritte Schritt im Forschungsprozess und kann z.B. beobachtend, befragend oder testend verlaufen.
Der Datenauswertung … …geht die Aufbereitung der Daten voraus (z.B. eine Transkription oder die Eingabe in ein Auswertungsprogramm) und verläuft je nach Forschungsziel und Forschungsdesign nach unterschiedlichen Methoden.
Eine Hypothese…
  • Ist eine Aussage, die einen Zusammenhang zwischen mind. zwei Sachverhalten postuliert.
  • Ist eine vermutete, wohlbegründete Antwort auf eine Forschungsfrage.
Bei der Deduktion… …schließt man vom Allgemeinen auf den speziellen Fall.
Bei der Induktion… …schließt man vom speziellen Fall auf das Allgemeine.
Eine von vielen Methoden der Datenerhebung… …ist das Interview, um das es in diesem Seminar gehen wird!
Ende

 

Drei Tipps zur Erläuterung des Spiel:

1) Wenn man möchte, dass sich die Studierenden noch miteinander über die Inhalte ihrer Dominosteine unterhalten oder möchte, dass sie sich in einer Reihe mit ihrem „Stein“ aufstellen, dann muss man ihnen das unbedingt sagen. Irgendwann fingen die Studierenden bei mir an, die „Steine“ auf die Tische zu legen.

2) Um potentieller anfänglicher Hilflosigkeit der Studierenden entgegenzuwirken, scheint es mir sinnvoll, eingangs zu erwähnen, die Schilder offen vor dem Körper zu tragen, so dass alle Anderen es lesen können. Ich sagte das nicht, und zunächst haben die Studierenden wenig miteinander interagiert, irgendwann standen sie im Kreis und hielten ihre Schilder in die Mitte. Die andere Gruppe versuchte es die gesamte Zeit in einer Reihe. Es wirkte teilweise konfus.

3) Ängste, die die Studierenden haben könnten, weil sie befürchten, nicht genügend bspw. aus dem letzten Semester behalten zu haben, habe ich versucht eingangs zu vermeiden und habe ihnen versucht dadurch Mut zu machen, dass es eine Gruppenaufgabe ist, die sie gemeinsam lösen sollen und dass es nur eine richtige Lösung gibt. Es gibt also eine Selbstüberprüfung (es sind mind. zwei falsch, wenn etwas falsch ist).

 

Im Anschluss an das Spiel sollte in meiner Veranstaltung eine Vorstellungsrunde folgen, die habe ich nach der Reihenfolge der Domino-Reihe laufen lassen. Erst die eine Gruppe, dann die andere. Das war ein witziger Moment, weil man nicht wusste, wer sich als nächstes vorstellen wird.

Habt ihr andere Idee wofür und wie man das Domino einsetzen kann?

 

 

Kollegiales Austauschtreffen „Textarbeit mit Studierenden“ – Erfahrungen

Inzwischen sind beide Treffen zum Austausch über die Arbeit an und mit Texten im Seminar gelaufen.

Teilgenommen haben an den zwei Treffen insgesamt  10 Lehrende, wobei 3 (inklusive mir) zweimal dabei waren. 7 Lehrende haben also insgesamt diesen Austausch mitgestaltet.

Interessant war der völlig unterschiedliche Verlauf der beiden Runden und dadurch an beiden Terminen unterschiedliche Impulse für die eigene Lehre. Es zeigte sich allerdings, dass 1,5h wirklich nur ein Impuls sein können und einzelne Aspekte tiefergehend zu bearbeiten, nicht möglich ist. Die KollegenInnen waren sehr engagiert in der Diskussion. Es schien für mich so, dass es tatsächlich allen darum ging, Neues zu hören und für seine eigene Lehre zu prüfen und nicht als Raum zur reinen Selbstdarstellung genutzt wurde. Überrascht war ich zum Ende über den vielfach ausgesprochenen Dank für die Organisation und Initiative zu dieser Veranstaltung.

Im ersten Treffen wurden vor allem methodisch-didaktische Aspekte diskutiert, die die Motivation der Studierenden steigern sollten oder ihnen Hilfestellungen zur Aufnahme von Texten geben.

Für mich interessante Ideen/Methödchen zur Steigerung der Lese-Motivation / zur Motivation der Studierenden sich mit Texten intensiv zu beschäftigen:

  1. Das Seminar mit einer Selbstreflexion zum Text beginnen (max. 5min, jeder schriftlich): a) Was ist für mich der Kerngedanke des Textes?, b) Welche Fragen habe ich dazu?, c) Was habe ich nicht verstanden?
  2. Präsentationen zu Textinhalten in Kleingruppen erarbeiten lassen; die Präsentierenden werden durch witzige Loskärtchen (von Iris Höltje) innerhalb der Gruppe ermittelt.
  3. Studierende unterschiedliche Texte lesen lassen und dann als Gruppenpuzzle arbeiten. Wichtig: Die Lektüre geschieht zu Hause und der Dozent horcht während der 2. Phase in die Gruppen. 1. Die Gruppen mit gleichen Texten vergewissen sich nochmals gemeinsam über die Inhalte und machen sich fit für die Aufgabe/ werden Experten. 2. Die Gruppen werden gemischt und die Inhalte durch die Studierenden weitergetragen. 3. Plenum: Gemeinsame Diskussion, Erörterung usw. SOWIE Richtigstellung evtl. falsch weitergetragener Informationen.

 

Für mich gute Ideen/Vorgehensweisen Hilfestellung zur Aufnahme von Texten zu geben:

  1. Den Studierenden zur Aufmerksamkeitssteuerung im Vorfeld Fragen zum Text geben.
  2. Den Studierenden nicht nur Fragen zum Text geben, sondern ein etwas umfassenderes Arbeitsblatt zur Verfügung stellen. Z.B. mit folgenden Inhalten: a) Zusammenfassung schriftlich formulieren, b) eigenen fünf wichtigsten Aspekte formulieren, c) eine Art Transferaufgabe, die inhaltlich passend wäre. Das Arbeitsblatt kann abgegeben werden und wird vom Dozenten kommentiert.
  3. Für Inhalte, bei denen es nicht auf den Text, sondern auf den Sachverhalt ankommt, einfach eigene Texte aus verschiedenen Texten zusammenstellen. Aus den verschiedenen Texten werden die besten Passagen zusammenkopiert, umformuliert, gekürzt und auf den Punkt gebracht evtl. auch mit konträren Positionen. Der Text verweist auf die verwendete Literatur und man kann dazu schreiben „stark verändert und gekürzt“. Es entsteht eine Art Reader.

Zwei Dinge, die ich selbst eingesetzt habe und im Treffen vorgestellt habe:

  1. Eine Lesepartnerschaft vereinbaren lassen. Die Studierenden suchen sich jemanden, mit dem sie sich vorstellen können gemeinsam an dem zu lesenden Text zu arbeiten. Dann handeln sie gemeinsam aus, wie sie die Lesepartnerschaft ausgestalten wollen (von „sich treffen, den Text gemeinsam lesen, die Fragen gemeinsam beantworten“ bis „vorm Seminar kurz über Text sprechen“ war alles möglich).
  2. Eine Einheit zu Lesetechniken anbieten.

 

Im zweiten Treffen ging es eher um strukturelle Dinge, vor allem blieben wir bei der Frage hängen, welche unterschiedlichen Zielstellungen verfolgen wir, wenn wir Texte ins Seminar einbringen?

Eine erste Kategorisierung wie wir KollegenInnen Texte in der Lehre einsetzen, habe ich für mich wie folgt herausgehört:

  • Texte können als Übermittler von Inhalten dienen, die zu lernen sind.
  • Texte können eingesetzt werden, wenn ein Diskurs zu einem Thema erarbeitet werden soll.
  • Texte können als inhaltliche Impulse dienen, ein eigenes Projekt zu entwickeln.
  • Texte können eingesetzt werden, um die Textkompetenz der Studierenden zu steigern.

Jede Zielstellung hat Auswirkungen auf die Auswahl der Texte und auf eine angemessene methodisch-didaktische Umgangsweise damit. Ich verwende Texte in meinem Methodenseminar anders als in meinem Seminar zu Lehr-Lerntheorien. An diesem Punkt geht es für mich weiter, mir bewusster zu machen, wie ich Texte einsetze und was das dann für die konkrete Umsetzung im Seminar heißt.

Wie gehst Du im Seminar mit Texten um und welche Methoden verwendest du, es Studierenden leicht(er) zu machen?

 

 

Beitrag vom 24.11. ist weiter gewachsen…

und es gibt noch eine Ankündigung zu einem Thema. Ich habe dieses Wochenende ein Seminar zur Gewaltfreien Kommunikation belegt und es ist so einiges viel klarer geworden. Was genau es ist und wie ich es in einen schönen Beitrag verpacken kann, ist noch unklar. Wenn es soweit in mir ist, dass es auf Papier kann, wird es hier Raum finden. Ich bin schon gespannt, was mir dann damit wichtig ist! 🙂

Wie Seminare immer besser werden…keine Einzelleistung!!!

Unter anderem lehre ich in der Methodenausbildung innerhalb der Erziehungswissenschaft. Vor einiger Zeit habe ich einmal geschrieben, dass die Studierenden prinzipiell wenig Lust auf dieses Thema haben oder sogar Ängste diesbezüglich mit sich rumtragen. Zu Recht stellte Oliver Tacke mir die kritisch-reflekierende Frage, was ich glaube, woran es läge.

Inzwischen mache ich dieses Seminar nun zum vierten Mal. Komischerweise habe ich den Eindruck, dass die Studierenden immer interessierter werden. Das inhaltliche „Auf den Punkt sein“ oder „genau das Richtige an der richtigen Stelle“ und die methodisch-didaktische Aufbereitung ist immer weiter vorangeschritten.

Zwei Aspekte sind dabei aus meiner Sicht besonders wichtig gewesen:

Zum einen habe ich weiter Lehrerfahrung gesammelt.

Dabei bin ich routinierter in der Planung geworden, kann besser einschätzen, was in 90min. funktioniert und was eben auch nicht. Außerdem habe ich mehr Methoden und Methödchen in meinem Repertoire, die ich schnell einplanen kann und die Aufmerksamkeit und Motivation der Studierenden fördern. Und, wie meine Chefin immer so schön sagt, die situative Handlungskompetenz steigt. Ich bin also in der Lage, auch spontan gute/angemessene Entscheidungen in der Lehrveranstaltung zu treffen.

Zum anderen gibt es einen regen Austausch mit Kollegen über dieses Seminar.

Dieses Seminar wird von 3 Lehrenden zeitgleich gehalten. Es scheint nicht – auch wenn es meine persönliche Überzeugung guter Lehre ist – selbstverständlich zu sein, sich mit anderen Kollegen auszutauschen. Wir als Kollegen unterscheiden uns in der Lehrerfahrung sowie im fachlichen Hintergrund. Wir haben im letzten Semester gemeinsam daran gearbeitet wichtige Inhalte zu definieren und im Austausch miteinander aufzubereiten. Neben den eher negativen Aspekten, dass das selbstverständlich unsere eigene Arbeitszeit war (die über unsere normale Arbeitszeit hinaus ging) und es auch keine besondere Anerkennung von irgendeiner Seite gab, hatte es für mich zwei positive Aspekte: Ich habe einen enormen Wissenszuwachs in diesem Bereich und fühle mich thematisch sicherer „das Wichtigste“ in der Veranstaltung eingebaut zu haben. Zudem ist für mich gemeinsames Arbeiten und offene Kommunikation über Inhalte in den meisten Fällen zwar mit großer Anstrengung verbunden, weil man sich einlassen muss, zeitgleich aber eine große Freude und mit positiven Emotionen besetzt. Neben der inhaltlich-didaktische Grobplanung des Seminars tausche ich mich wöchentlich mit einem der zwei Kollegen weiter aus über die Erfahrungen, die wir inhaltlich und methodisch-didaktisch machen, klären inhaltliche Fragen und informieren uns über relevante und taugliche Literatur zu einzelnen Themen. Auch das erlebe ich als sehr förderlich für das gute Gelingen des Seminars sowie für meine eigene Motivation für das Seminar.

 

Dennoch bleiben weitere übergeordnete Fragestellungen, die ich nicht im direkten Kontakt mit einzelnen Kollegen klären konnte. Beispielsweise ist eine Erfahrung hier am Institut, dass die Studierenden sich mit dem Textelesen bzw. mit Textbearbeitung oder dem -verständnis schwer tun. Da man in einem geisteswissenschaftlichen Studium um das Textelesen nicht drumherum kommt, nahm ich an, dass es ein „Problem“ vieler Kollegen ist und versuche einen kollegialen Austausch zum Thema „Textarbeit mit Studierenden zu initiieren“.

Die Planung dafür ist durch, von den etwa 30 Kollegen am Institut sind es mit mir 10 Interessierte, die sich zu einem 1,5h Treffen möchten. Darüber war ich sehr erfreut, dass Kollegen dieses Problem offenbar auch haben bzw. gerne ihre Erfahrungen teilen möchten.

Das Ziel dieses Austausch ist sich zum einen mit seinen Fragen an die Kollegen zu wenden und zum anderen best practice Beispiele zu präsentieren. Meine Aufforderung an die Kollegen war, zu überlegen, ob sie eine Methode, eine Vorgehensweise oder einen kleinen Trick haben, der in der Praxis gut funktioniert und wovon sie sich vorstellen können, diesen zu präsentieren. Es scheint mir durchaus Parallelen zu dem Format „Spotlight Lehre“ zu geben, in einer kleineren Version, in einem ersten Versuch.

Die Termine:

13.01.2015 in der Zeit von 12:00-13:30Uhr

21.01.2015 in der Zeit von 14:30-16:00Uhr

Ort: BI 97, Raum 129

Interessierte, die sich über Textlesen und Textbearbeitung mit Studierenden austauschen möchte, ist herzlich willkommen.

 

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und meinen persönlichen Erkenntnisgewinn!

 

Das E-Portfolio in der Lehrveranstaltung…

…war ein Experiment!

In der Lehrveranstaltung wollte ich praktisch das E-Portfolio mit den Studierenden ausprobieren. In der Entwicklung von Aufgaben habe ich mich von den Dingen leiten lassen, die ich gelesen habe. U.a. zeigt Annette Richter in ihrem Beitrag „Portfolios als alternative Form der Leistungsbewertung“ im Neuen Handbuch Hochschullehre einige mögliche Aufgaben auf, die den Inhalt des E-Portfolios gestalten können.
Es zeigte sich, dass die von mir entwickelten Aufgaben teilweis zu nah dran an der in der Lehre entwickelten Gedanken waren, sie als wiederholend von den Studierenden erlebt wurden.
Es stellte sich mir die Frage, welche andere Art von Aufgaben ich zur Verfügung stellen kann, die die Studierenden anregt und inhaltlich nicht zu weit weg von den Inhalten der Veranstaltung ist. Ich bin immer noch nicht klar darin, wie die Vernetzung von Lehrveranstaltung und E-Portfolio gut stattfinden kann. Dient es mehr dem Festhalten von Inhalten, also abwertend gesagt, der Wiederholung von Inhalten oder der Reflexion der Lernprozesse? Eine reine Reflexion der Lernprozesse ist aus meiner Sicht genauso wenig zielführend…was bleibt dann am Schluss im E-Portfolio? Wöchentliche Gedanken zu den einzelnen Sitzungen. Darüber hinaus kam es in den meisten Fällen in den E-Portfolios nicht. Meine gestellten Aufgaben waren sicher auch nicht anregend deutlich darüber hinaus zu gehen.
Das Interesse an den Blogs der Kommilitonen hielt sich auch sehr in Grenzen. Jedenfalls das, was ich durch die Kommentare beobachten konnte. Das besondere am E-Portfolio wurde also wenig gelebt.

Jetzt habe ich von den Wirtschaftspädagogen in Bamberg ein Video gefunden, in dem sie ihre Vorgehensweise mit E-Portfolios in der Lehre vorstellen.

https://electure-ms.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/vod/clips/MTwBZ9jt51/flash.html

Ja, es sind neue Anregungen, aber konkreter ist es mit den “richtigen” Aufgaben in meinem Kopf noch nicht geworden.

Mein bisheriges Fazit: Das E-Portfolio in der Lehrveranstaltung einzusetzen war nur teilweise erfolgreich. Die überwiegende Menge der Studierenden konnte ich damit nicht erreichen. Bei einer Daumenbewertung wäre ich dazu geneigt, den Daumen leicht nach unten zu halten. Leider! Meine Erwartungen waren andere. Ich wollte begeistern, Austausch fördern, Interesse am Thema wecken.
Ich sehe dennoch Potential in der Methode des Portfolios. Ob es “E” sein muss, da muss ich mir noch klar drüber werden.
Das (E-)Portfolio will ich als Leistung im nächsten Semester nochmals ausprobieren. Allerdings nicht in der Veranstaltung “mediengestützes Lernen”, sondern in einer Veranstaltung, in der der Einsatz von Medien zunächst einmal keine Rolle spielt. Ich bin gespannt…
…Das (E-)Portfolio bleibt ein Experiment!

Habt ihr Erfahrungen gemacht mit dem Einsatz von E-Portfolios und dem Einsatz als Leistung in der Lehrveranstaltung?
Welche Art von Aufgaben stellt ihr im E-Portfolio? Und regen diese zum Austausch unter den Studierenden an?

Schillerstraße

Ich bin ganz begeistert von der Methode, sie macht vor allem eines – nämlich Spaß! 🙂

Das Spielprinzip: Die Teilnehmer eines Seminars oder Workshops bekommen einen geheimen Auftrag, den sie während des Seminars/Workshops möglichst beiläufig und ohne, dass es erkannt wird, erfüllen sollen.

Gelesen hatte ich zuerst davon bei Oliver Tacke, der sich das Spielprinzip ausgedacht hat und war begeistert. Dann durfte ich es in einem Seminar von Christian Spannagel selbst erleben (hier schreibt er zu seiner Version der Schillerstraße auch einen Beitrag) und war angesteckt vom Spielfieber. Nun hat sich die perfekte Gelegenheit ergeben, in einem Blockseminar am letzten Wochenende zum Thema „Kommunikation in pädagogischen Settings“ das Spiel auszuprobieren. Oliver Tacke und Christian Spannagel hatten schon zahlreiche Aufgabenideen gesammelt, die unterschiedlicher Art waren. Ich habe mich vor allem an „Spaßaufgaben“ orientiert. Das Seminar war getragen durch viele Praxis- und Reflexionsanteile und so wollte ich in diesen Aufträgen keine inhaltlichen Aspekte in den Vordergrund stellen.

Ich habe viele Redewendungen in meinen Aufträgen eingebaut, die die Kommunikation oder Sprache betonen: z.B. „Bringe in einer Plenumsrunde die Redewendung Reden ist Silber, Schweigen ist Gold ein“. Oder: „Bringe in einer Plenumsrunde die Redewendung „Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber erst die zweite Maus kriegt den Käse ein.“

Die Durchführung hat sehr gut geklappt. Von den 15 Teilnehmer konnten 9 ihren Auftrag erfüllen. Einer wurde währenddessen erkannt (es war mein eigener ;)). Die Studierenden fanden es durchweg prima. Morgen haben wir einen zweiten Blockteil und ihr Wunsch war, dass wir wieder begleitend etwas „spielen“.

Ich werde es auf jeden Fall wieder ausprobieren…

ein weiterer WordPress-Blog

Im Seminar „mediengesütztes Lernen“ habe ich mir überlegt, dass dies eine gute Gelegenheit wäre, die Studierenden mit dem Portfolio und im Speziellen dem E-Portfolio vertraut zu machen. Nach Rücksprache mit den Fachleuten aus dem teach4TU-Projekt habe ich mich dafür entschieden, die Studierenden mit einem einfachen WordPress-Blog arbeiten zu lassen und mir sogleich auch einen eigenen zugelegt, um auch dort zu bloggen. Unklar ist derzeit für mich noch, ob ich beide zeitgleich nutzen kann. Ob also meine kreative Energie ausreicht ;-), um zwei unterschiedliche Blogs zu bedienen und wenn ja, ob ich sie inhaltlich anders fülle. Womöglich wäre der WordPress-Blog geeignet, um die Studierenden zu eigenen Reflexionen anzuregen und dieser Blog sich vor allem mit Inhalten aus dem Seminar beschäftigt.

Noch nicht fertig gedacht…für Anregungen dankbar!

In der Öffentlichkeit popelt man nicht in der Nase…

Dieser Satz fiel mir ein, als ich an einen Vergleich zu dem Thema suchte, das mich derzeit umtreibt.

Ich habe den Studierenden meines Seminars „mediengestützes Lernen“ meine Lehrtagebuchadresse gegeben, weil ich zum einen, mir ein bisschen Druck machen wollte, dass ich hier öfter blogge und zum anderen ein Beispiel anbieten möchte, wie so ein E-Portfolio aussehen kann. Seit ich darüber nachdenke, dass nun der Kreis der LeserInnen deutlich größer und heterogener (Lehrende und Studierende) werden könnte, verändert sich mein Blick auf mögliche Themen, die ich blogge.

Gleich geht ein Thema durch den internen Filter: Sollen das auch Studierende von mir wissen? In der Regel entscheidet mein Gehirn, dass das Thema natürlich auch für die Studierenden passt, schließlich handelt es sich hier um Reflexionen und Ideen, die aus der Lehre heraus entwickelt werden und das kann aus meiner Sicht für jeden, ob Student oder Lehrender, bereichernd sein.

Zudem schwingt dann mit, dass ich ein möglichst gutes Beispiel (eigener hoher Anspruch) geben will, wie so ein E-Portfolio aussehen könnte. Das hemmt auf der einen Seite, aber motiviert auch regelmäßig Beiträge zu schreiben.

Und insofern ist der Satz „in der Öffentlichkeit popelt man nicht in der Nase…“ für mich eine gute Methaper dafür, wie sich unser Verhalten und unsere Wahrnehmung verändert, wenn wir uns (von anderen, von vielen) beobachtet fühlen.

 

Arbeitsorganisation

Mein morgendlicher Weg zur Arbeit (mit dem Auto Minimum eine halbe Stunde durch den Autopendler-Verkehrswahnsinn im Braunschweiger Umland) muss ja wenigstens ein Gutes haben. Und das hat er auch: Recht schnell kann ich umschalten und mir über die gleich anstehende Arbeit Gedanken machen: Dabei denke ich z.B. an zu erledigende Aufgaben, Ideen für die Gestaltung von Seminaren, zu besorgende Literatur, konkrete Übersichten/Inhalte, die ich für die Studierenden erstellen möchte. Kurzum: Die Gedanken sind vielfältig, drehen sich aber immer irgendwie um Lehre und einzelne Veranstaltungen. Heute Morgen ist mir dabei aufgefallen, dass ich überhaupt keine gute Organisation meiner einzelnen Informationen habe, die ich für so eine Veranstaltung brauche und im Laufe der Zeit anhäufe.

Ich nutze derzeit einige verschiedene Tools, die ich alle einzeln ansteuern muss, um die nötigen Informationen zu bekommen. Oft erstelle ich zu Beginn mindmaps für Seminare…dort fällt es mir leicht Ideen zu generieren und erst einmal alles aufzuschreiben, dann erstelle ich einen Seminarplan in Word, in dem es geordneter zugeht, habe meine Literatur in Citavi (dort noch weitere Informationen zu den jeweiligen Texten) und im Seminarplan in Word hinterlegt und teilweise auch schon in der mindmap aufgenommen, sofern es ein Einfall war (alles irgendwie doppelte Arbeit). Dann gibt es die PowerPointFolien, die pdf-Texte (die hoffentlich immer alle in Citavi hinterlegt sind ;-)), verschiedene Fotos, die ich im Laufe des Semesters von den Seminarprodukten mache und zu guter Letzt schreibe ich auch noch Dinge per Hand, z.B. meinen Ablaufplan für jede einzelne Seminarsitzung, Notizen zu Literatur oder Studierendenfragen.

Und heute Morgen hatte ich dann das Gefühl von großem Chaos. Irgendwie weiß ich immer, was wo liegt und finde die Infos auch wieder, aber ich bin zur Zeit sehr auf der Suche nach besseren Lösungen, die die Dinge mehr zusammenfassen, mir jedoch nicht den Freiraum der Arbeitsweise nehmen, die ich an den einzelnen Tools oder dem echten Papier schätze.

Was habt ihr für Anregungen, Erfahrungen gemacht, um Eure Informationen gut zu organisieren? Ich bin gespannt.

 

Erwartungen abzufragen macht Sinn!

Die erste Semesterwoche liegt hinter mir und in meinem Seminar „mediengestützes Lernen“ ist mir besonders deutlich geworden, wie wichtig es ist, die Erwartungen der Studierenden, mit denen sie in das Seminar kommen, zu erfahren. Es kamen Wünsche und Ideen, an die ich bei dem Thema gar nicht gedacht hatte, jedoch einigermaßen gut einzubauen sind. Insofern eine super gelungene Seminarstunde; die Studierenden haben schon ihren Semesterplan ergänzt :-).