Wie Seminare immer besser werden…keine Einzelleistung!!!

Unter anderem lehre ich in der Methodenausbildung innerhalb der Erziehungswissenschaft. Vor einiger Zeit habe ich einmal geschrieben, dass die Studierenden prinzipiell wenig Lust auf dieses Thema haben oder sogar Ängste diesbezüglich mit sich rumtragen. Zu Recht stellte Oliver Tacke mir die kritisch-reflekierende Frage, was ich glaube, woran es läge.

Inzwischen mache ich dieses Seminar nun zum vierten Mal. Komischerweise habe ich den Eindruck, dass die Studierenden immer interessierter werden. Das inhaltliche „Auf den Punkt sein“ oder „genau das Richtige an der richtigen Stelle“ und die methodisch-didaktische Aufbereitung ist immer weiter vorangeschritten.

Zwei Aspekte sind dabei aus meiner Sicht besonders wichtig gewesen:

Zum einen habe ich weiter Lehrerfahrung gesammelt.

Dabei bin ich routinierter in der Planung geworden, kann besser einschätzen, was in 90min. funktioniert und was eben auch nicht. Außerdem habe ich mehr Methoden und Methödchen in meinem Repertoire, die ich schnell einplanen kann und die Aufmerksamkeit und Motivation der Studierenden fördern. Und, wie meine Chefin immer so schön sagt, die situative Handlungskompetenz steigt. Ich bin also in der Lage, auch spontan gute/angemessene Entscheidungen in der Lehrveranstaltung zu treffen.

Zum anderen gibt es einen regen Austausch mit Kollegen über dieses Seminar.

Dieses Seminar wird von 3 Lehrenden zeitgleich gehalten. Es scheint nicht – auch wenn es meine persönliche Überzeugung guter Lehre ist – selbstverständlich zu sein, sich mit anderen Kollegen auszutauschen. Wir als Kollegen unterscheiden uns in der Lehrerfahrung sowie im fachlichen Hintergrund. Wir haben im letzten Semester gemeinsam daran gearbeitet wichtige Inhalte zu definieren und im Austausch miteinander aufzubereiten. Neben den eher negativen Aspekten, dass das selbstverständlich unsere eigene Arbeitszeit war (die über unsere normale Arbeitszeit hinaus ging) und es auch keine besondere Anerkennung von irgendeiner Seite gab, hatte es für mich zwei positive Aspekte: Ich habe einen enormen Wissenszuwachs in diesem Bereich und fühle mich thematisch sicherer „das Wichtigste“ in der Veranstaltung eingebaut zu haben. Zudem ist für mich gemeinsames Arbeiten und offene Kommunikation über Inhalte in den meisten Fällen zwar mit großer Anstrengung verbunden, weil man sich einlassen muss, zeitgleich aber eine große Freude und mit positiven Emotionen besetzt. Neben der inhaltlich-didaktische Grobplanung des Seminars tausche ich mich wöchentlich mit einem der zwei Kollegen weiter aus über die Erfahrungen, die wir inhaltlich und methodisch-didaktisch machen, klären inhaltliche Fragen und informieren uns über relevante und taugliche Literatur zu einzelnen Themen. Auch das erlebe ich als sehr förderlich für das gute Gelingen des Seminars sowie für meine eigene Motivation für das Seminar.

 

Dennoch bleiben weitere übergeordnete Fragestellungen, die ich nicht im direkten Kontakt mit einzelnen Kollegen klären konnte. Beispielsweise ist eine Erfahrung hier am Institut, dass die Studierenden sich mit dem Textelesen bzw. mit Textbearbeitung oder dem -verständnis schwer tun. Da man in einem geisteswissenschaftlichen Studium um das Textelesen nicht drumherum kommt, nahm ich an, dass es ein „Problem“ vieler Kollegen ist und versuche einen kollegialen Austausch zum Thema „Textarbeit mit Studierenden zu initiieren“.

Die Planung dafür ist durch, von den etwa 30 Kollegen am Institut sind es mit mir 10 Interessierte, die sich zu einem 1,5h Treffen möchten. Darüber war ich sehr erfreut, dass Kollegen dieses Problem offenbar auch haben bzw. gerne ihre Erfahrungen teilen möchten.

Das Ziel dieses Austausch ist sich zum einen mit seinen Fragen an die Kollegen zu wenden und zum anderen best practice Beispiele zu präsentieren. Meine Aufforderung an die Kollegen war, zu überlegen, ob sie eine Methode, eine Vorgehensweise oder einen kleinen Trick haben, der in der Praxis gut funktioniert und wovon sie sich vorstellen können, diesen zu präsentieren. Es scheint mir durchaus Parallelen zu dem Format „Spotlight Lehre“ zu geben, in einer kleineren Version, in einem ersten Versuch.

Die Termine:

13.01.2015 in der Zeit von 12:00-13:30Uhr

21.01.2015 in der Zeit von 14:30-16:00Uhr

Ort: BI 97, Raum 129

Interessierte, die sich über Textlesen und Textbearbeitung mit Studierenden austauschen möchte, ist herzlich willkommen.

 

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und meinen persönlichen Erkenntnisgewinn!

 

2 Kommentar auf “Wie Seminare immer besser werden…keine Einzelleistung!!!
  1. Malgorzata Karpinska sagt:

    Hallo Kirsten,
    Deine Reflexion hat mich sehr gefreut, schön zu hören, dass Dir Seminare immer besser gelingen. Die beste Vorbereitung ersetzt nicht die Erfahrung. Ich bin auch gespnnt auf den Bericht zum kollegialen Austausch. Das finde ich auch als eine wertvolle Unterstützung bei dieser Arbeit. Auf die Lehrenden mit der guten Erfahrung und Spass bei der Lehre bauen wir unseren Erfolg in Co-Teaching, ich hoffe nach wie vor, dass Du Mal unseren Kreis bereichen wirst.
    Gosia

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihr Kommentar erscheint gegebenenfalls erst nach Freigabe durch den/die InhaberIn dieses Portfolios.

*