3. Eigene Lehrpraxis – 2 Beispiele und 1 LernTool

3.1. Bauen im Bestand – Aspekte der Denkmalpflege

Lehrform: Workshops mit flankierender Vortragsreihe, 2 SWS, seit WiSe 2014/15

Mitwirkende: Institute für Baugeschichte, Tragwerksentwurf und Bauwerkserhaltung, Lehrbeauftragte aus Theorie und Praxis der Denk­malpflege, u.a. Gebietsreferenten Landesamt für Denkmal­pflege, Niedersachsen

Studierende: MA / Sustainable Design (SD-MA)

Qualifikationsziele: Beurteilung der Potenziale für Erhalt, Um- und Weiternutzung, Denkmalwürdigkeit, Erarbeitung von nachhaltigen Bewertungsmaßstäben (Zustand, Konstruktion, Gestaltung, Entwurfsidee, Freiraumplanung etc.)

Die Vortragsreihe vermittelt historische Grundlagen, theoretische Diskurse wie auch praktische Aspekte der Denkmalpflege und Bauwerkserhaltung. Dazu kommt die praktische Seminararbeit in Kleingruppen von rund 10 Studierenden, jeweils betreut durch einen Lehrenden, ergänzt um Exkursionen vor Ort. Hier werden an­hand von historischen Bauten und Quellen vertiefte Einblicke in die Arbeitsweisen der institutionellen Denkmalpflege gegeben und einzelne Aspekte der praktischen Umsetzung bestehender Theorien­bil­dungen diskutiert. Dabei setzen sich die Studierenden selbständig mit verschiedenen Themenfeldern und Frage­stellun­gen auseinander: Sie diskutieren grundlegende Strategien für nachhaltige Bewertungsmaßstäbe und entwickeln Szenarien für denkmalgerechte Lösungen an Bestandsbauten. Die Präsen­tation der (Gruppen-)Ergebnisse mit anschließender Diskussion erfolgt im Plenum aller SeminarteilnehmerInnen.

Methodenmix: klassische Vermittlungsstrategien im Rahmen der Vortragsreihe, dabei Einsatz verschiedener Mittel zur Aktivierung der Studierenden; in den Seminaren Arbeit in Gruppen-, Kleingruppen (4-10 Studierende): Brainstorming, Mindmap, Metaplan und andere Gedächtnis- bzw. Strukturmethoden, Partnergespräche und Präsentation

Nachhaltigkeit: Die Lehrveranstaltung wird durch die Mitwirkenden in Form einer Broschüre mit eigenen Beiträgen der Studierenden dokumentiert, so dass die Seminarergebnisse auch der „Wissenschafts-Community“ in – und außerhalb der TU zur Verfügung stehen.

 

3.2. Bauen für die Massenkultur

Lehrform: 2-semestriges Seminar, 2 SWS in Kooperation mit dem Lehr­stuhl Tragwerksentwurf, SoSe 2013, WiSe 2013/14

Studierende: MA- Studierende

Mitwirkende: Dr. Olaf Gisbertz, Baugeschichte, Dipl.-Ing. Sebastian Hoyer, Tragwerksentwurf

Umfang: 2 SWS flankiert von einem 3-tägigen Internationalen Sympo­sium zum Thema unter Mitwirkung von u.a. Werner Durth, Klaus Tragbar, Hans-Rudolf Meier u.v.a.

Qualifizierungsziele: Dokumentation und Bewertung von Baubestän­den nach soziokulturellen, technischen, konstruktiven und denkmalpflegerischen Grundsätzen, Quellenauswertung nach wiss. Standards, Visualisierung und Sicherung der Ergebnisse in Pro­jektteams

In Kooperation der Institute für Baugeschichte und Tragwerks­ent­wurf hat das Seminar die Konzeption und den Bau von „großen Hal­len für Kultur“ in den Blick genommen. Dabei standen die Bau­ten aus den 1960er und 70er Jahren im Mittelpunkt der Analyse. Ne­ben bautypologischen Fragen wurden zeitgenössische Quellen da­nach ausgewertet, inwieweit die soziokulturellen Rahmen­bedingungen die Konzeption der Hallen beeinflusst haben und inwieweit dabei die „Inszenierung von Tragwerk als Idee“ eine Rolle spielte. Methodisch haben die Studierenden selbständig wiss. Recherchen zu einzelnen Hallenbauten durchgeführt, Belege in Bauzeitschriften dokumentiert und ausgewertet. Ihr Engage­ment mündete schließlich in der Produktion von Vorlagen für eine kleine mobile Ausstellung zum Thema, die im November 2013 anlässlich der og. Tagung in Augsburg gezeigt wurde.

Methodenmix: Kleingruppen (4-10 Studierende): Brainstorming, Mindmap, Metaplan und andere Gedächtnis- bzw. Struktur­methoden, Partnergespräche, Kleingruppenarbeit, Pro- und Contra-Debatte, Moderation und Präsentation der Ergebnisse im Plenum der Studierenden

Nachhaltigkeit: 2015 erschien im Jovis-Verlag der zugehörige Tagungsband, der gleichsam als Ausstellungskatalog fungiert; die die Ausstellung wurde von den Studierenden transportabel kon­zipiert, um jederzeit an jedem Ort (bevorzugt in Stadt- und Kongresshallen) gezeigt zu werden.

Evaluation: Lehrevaluation durch standarisierte Fragebögen und Feedbackgespräche

 

3.3. Campus-App als LernTool

Lehrform: CampusApp – interaktive Lernplattform / Entwicklung der App im Rahmen des Innovationsprogramms der TU Braunschweig /teach4TU, 10.2015-06.2016

Kooperationspartner: Institut für Wirtschaftsinformatik, Abteilung Informationsmanagement der TU Braunschweig

Zielgruppe: BA-Studierende (1.-2. Semester)

Qualifizierungsziele: Die Campus App bietet der Baugeschichte erstmals eine Plattform, auf welche die Studierenden (vor allem in Übungseinheiten während der Vorlesung, aber auch zur Nach­bereitung der Vorlesungsinhalte) jederzeit zugreifen können. Auf diese Weise soll neben das Zuhören in der Vorlesung vor allem das aktive Erarbeiten von Wissen treten, um ein kontinuierliches Lernen zu ermöglichen. Die CampusApp wurde so konzeptioniert, dass zunächst Lernspiele (Games und Competitions) für unter­richtliche Zusammenhänge genutzt werden können. Die Campus- App stellt wichtige Basisinformationen des Faches für das Architekturstudium für individuelles Lernen ‚on demand’ bereit.

Daneben wird Medienkompetenz für einen sicheren Umgang mit digitalen Medien eingeübt. Ohnehin besteht unter den Studien­anfängern (180 Studierenden des 1. und 2. Semesters) mittlerweile eine hohe Affinität zu den digitalen Medien. Die Campus App kann die Lerninhalte auf ansprechende Weise dar­stellen und lädt zur Interaktion ein, wodurch nicht zuletzt Lern­motivation und Selbstlernkompetenz im Fach Bau- und Stadtbaugeschichte gestärkt werden.

Umsetzung: Entwicklung der App für die Lehre im Fach Baugeschichte und Denkmalpflege an der TU Braunschweig in 3 Projektphasen: 1. Konzeptionierung 2. Pre-Test-Phase, 3. Implementierung

Nachhaltigkeit: Die App ist für die Benutzung leicht strukturiert. Eingabe und Nutzung erfolgen intuitiv, die Weitergabe über mehrere Jahre ist damit gesichert. Die App kann in vielen Lehr­veranstaltungen des Instituts eingesetzt werden; Mitarbeiter­schulungen optimieren die Handhabung und sichern die nachhaltige Anwendung.

Evaluierung: Lehrevaluation durch regelmäßige Interviews, empirische Auswertung der Nutzungsdaten

 

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