Save the Date: 2. Fancy Science Conference on Technology am 30. September 2016

Der Lehrstuhl für Informationsmanagement der TU Braunschweig lädt für kommenden Freitag zur Fancy Science Conference on Technology ein. Statt Studierende Seminararbeiten für den Aktenordner produzieren zu lassen, werden die Texte nicht nur per Double Blind Peer Review begutachtet, sondern auch in einer Konferenz vorgestellt. Sicher nichts Revolutionäres. Aber da macht jemand mal etwas! Und es handelt sich um einen vergleichsweise unaufwendigen Weg, um im Studium einen Eindruck davon zu erhalten, was möglicherweise für den einen oder die andere in der Wissenschaftswelt auf sie zukommt.

Also, schaut doch mal dort vorbei und probiert eine Variation der Idee doch auch mal an eurem Lehrstuhl aus.

30. September 2016, 9:30 Uhr bis 14:00 Uhr, SN 22.1 und SN 22.2.

Es erwarten euch Themen wie

  • Studie zum Einfluss einzelner Spieldesignelemente auf die Lernmotivation am Besipiel “Lost in Antarctica”,
  • Führt Game-based Learning zu Lernerfolg? – Ein Vergleich zum Frontalunterricht oder
  • An Experiment to Identify Negative Effects by the Use of Search Engines on Group Creativity.
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“Apparently it started learning at a geometric rate until it became self aware.”

Ich finde, es ist mal wieder an der Zeit, mich auch formal etwas weiterzubilden – und zwar durchweg online. Eigentlich sollte man sich dazu auch mal Dinge suchen, die einem eher nicht liegen. Nach einigem Überlegen habe ich das allerdings hinten angestellt und bin bei etwas gelandet, was mir nicht so ganz fremd ist. Im vergangenen Jahr habe ich den Onlinekurs Machine Learning auf Coursera absolviert und setze nun noch einen oben drauf: Ich belege das Nanodegree-Programm Machine Learning Engineer auf Udacity.

Foto eines Ladens mit dem Namen Skynet

Originalfoto (von mir beschnitten): Skynet von Tom Bullock (CC BY 2.0)

Zum einem mag ich das Thema Maschinenlernen, zum anderen ist das gerade gefühlt der heißeste Scheiß in der IT-Welt überhaupt. Damit kann man Skynet bauen! Oder J.A.R.V.I.S.! Aber auch ohne Flachs: Ich glaube, das Feld ist wirklich zukunftsträchtig. Als Deutschem winkt mir zwar keine Neuer-Job-oder-Geld-zurück-Garantie wie Leuten aus den USA, aber das ist gerade auch nicht mein Ziel ;-) Immerhin bekomme ich auch in Good Old Germany die Hälfte der Gebühren von 200 € pro Monat erstattet, sollte ich innerhalb eines Jahres fertig werden.

Angesetzt ist das Programm mit 420 Stunden – oder 14 ECTS, falls jemand mit dem hiesigen Hochschulsystem vergleichen möchte. Wenn ich das innerhalb eines Jahres durchziehen möchte und noch einen Sicherheitspuffer einbaue, sollte ich etwa 10 Stunden pro Woche einplanen. Das ist neben meinem Job durchaus eine kleine Herausforderung, wenn ich weiterhin an H5P schrauben möchte, endlich neue Videos für YouTube produzieren will – und mir vielleicht auch endlich wieder etwas Bewegung gönne

In den nächsten Tagen werde mir daher ein paar Gedanken machen, wie ich mich organisiere. Vermutlich werde ich mir das Curriculum vorknöpfen und in Anlehnung an’s agile Projektmanagement mit 2-Wochen-Sprints arbeiten, ein öffentliches Kanban-Board und öffentliche Burn-Down-Charts pflegen, github mit Quelltext befüllen, usw. Wir werden sehen, was nachher tatsächlich davon passiert ;-) Warum schreibe ich das hier? Weil mir etwas soziale Kontrolle sicher auch gut tut. Wenn ihr also ab und zu nachhaken wollt: gerne!

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if ( xAPIcall ) { myChoice(); }

Wieder nur mal so eine Idee… Da ich gerade mal wieder mit IFTTT herumgespielt habe, ging mir etwas durch den Kopf. Dafür hole ich erst einmal etwas aus.

Blechdosenprogrammierung

Die Tin Can API (xAPI) ist eine technische Spezifikation, um Interaktionen zwischen LernerInnen und Lernumgebungen zu beschreiben und gegebenenfalls auch festzuhalten. Typischerweise passiert das in einem Lernmanagement-System.

Bei interaktiven Videos mit H5P wird etwa die Interaktion “Completed interactive video” bestätigt, wenn der Nutzer/die Nutzerin das Ende des Videos erreicht. Oder “Answered fill in the blanks“, wenn ein Lückentext ausgefüllt wurde. Es lassen sich mittels der xAPI aber prinzipiell beliebige Interaktionen beschreiben, die von bestimmten Ereignissen ausgelöst werden: “worked on five consecutive days” oder “uploaded paper”. Müssten die jeweiligen Systeme bloß unterstützen.

Wozu? Die Daten können in einem “Learning Record System” (LRS) gesammelt, zusammengeführt und ausgewertet werden. Algorithmen oder Lehrende können dadurch Anhaltspunkte erhalten, wie sie die Lernenden womöglich unterstützen können – Business Intelligence für die Lehre. Das ist ein durchaus heikles Thema. Was aber, wenn man stattdessen die Lernenden selbst ermächtigen wollte?

Power to the People!

Das eingangs erwähnte IFTTT ist ein Online-Dienst, mit dem man zahlreiche andere Dienste und gar Geräte mit einfachen Rezepten der Form “Wenn dies, dann das” verknüpfen kann. Mit “Wenn an Ort X, dann sende Nachricht Y an Z” ließe sich beispielsweise automatisiert der WG-Partner fragen, ob man noch etwas aus dem Supermarkt mitbringen soll – weil man gerade da ist.

Was wäre, wenn man einem Lernmanagement-System eine Schnittstelle zu IFTTT spendierte, bei dem die xAPI-Interaktionen die Wenn-Regeln wären? Könnten Lernende sich dann nicht eigene Umgebungen schaffen, mit denen sie sich jenseits der vom Lernmanagement-System angebotenen Funktionen selbst unterstützen? Oder auch selbst kontrollieren)… “Wenn Kurs abgeschlossen, dann bestelle Videospiel bei BestBuy”, “Wenn fünf Tage lang nichts getan, dann twittere ‘Ich bin faul! Beschimpft mich!'” oder wie wäre es mit “Wenn Lernaktivität nachts um Zwei, dann koche Kaffee”? Per Heimautomation wäre das machbar, und dann verschmelzen virtueller und physischer Lernraum auf neue Art und Weise: Was wäre das für ein Lernraum, der einem Kaffee macht :-)

Ich habe einfach mal ein paar denkbare Auslöser (IF) und mögliche Aktionen (DANN) gesammelt, die ihr ja probeweise mal nach Gutdünken kombinieren könnt. Was fällt euch noch ein?

WENN DANN
n Tage nichts für einen Kurs getan Twitter: Sende Nachricht “XYZ”
Badge erhalten Kaffeemaschine: Koche Kaffee
Kurs abgeschlossen Heizung: Regele Temperatur hoch/runter
Nachricht im Forum geposted/erhalten Tabellenkalkulation: Füge Zeile in Tabelle ein
Aktivität erfolgreich/erfolglos abgeschlossen Webcam: Poste aktuelles Foto auf Facebook
Video gestartet/abgebrochen/beendet Bank: Überweise x Euro auf Konto Y
Hausaufgabe eingeschickt Online-Shop: Bestelle x
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“Es kommt in der Wissenschaft nicht darauf an, dass man sie so vermittelt, dass sie mit dem Kopf verstanden wird, sondern so, dass sie mit dem Herzen verstanden wird”

Unter meinen abonnierten Podcasts findet sich der Forschergeist von Tim Pritlove, und die aktuelle Ausgabe Nr. 34 hat mit wieder einmal sehr gefallen. Sie dreht sich um Werner Heisenberg.

Zum Ende hin geht Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer auf Wissenschaftsvermittlung ein. Er diskutiert einen Aspekt, der in der Welt der Hochschuldidaktik zwar immer wieder thematisiert wird, aber nicht so recht in die Lehre durchdringt:

“Die Vermittlung der Wissenschaft wird immer noch so betrieben, dass einem jemand erklärt, wie etwas funktioniert – sozusagen – nur mit einfachen Worten. […] Es kommt in der Wissenschaft nicht darauf an, dass man sie so vermittelt, dass sie mit dem Kopf verstanden wird, sondern so, dass sie mit dem Herzen verstanden wird – und das macht man nicht.”

Den Kontext der Aussage habe ich euch aus dem Podcast herausgelöst – aber ihr solltet ihn euch unbedingt komplett anhören, wenn ihr an Wissenschaftsgeschichte oder Physik interessiert seid.

Der Podcast “Forschergeist” (Ausagbe 34 hier als Auszug) von Stifterverband/Metaebene ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0).

Als Weg dorthin schlägt Herr Fischer vor, über die Personen hinter der Wissenschaft und deren Leben zu gehen. Sehe ich auch so! Vielleicht finde ich das aber auch bloß so sympathisch, weil ich mit “Köpfe der Wissenschaft selbst gemacht” vor einer ganzen Weile selbst in diese Richtung gedacht habe und außerdem noch davon überzeugt bin, dass “Offene Wissenschaft” auch heißen sollte, jenseits der Ergebnisse von Wissenschaft den Prozess und die Personen dahinter sichtbarer zu machen :-) Das soll aber nicht heißen, das Kognitive zu ersetzen!

Was geht euch zu der Frage durch den Kopf, ob die Vermittlung von Wissenschaft, speziell in der Hochschullehre, zu stark kognitiv dominiert sei?

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Internet, so helpful.

Hey, teach4TU! Ihr seid ja kürzlich in neue Räumlichkeiten gezogen. Hat es das Smartboard aus Raum 325 mit rüber geschafft? Na, falls nicht, hängt ja immer noch eins einsam in den Räumen über dem Eusebia – womit ich dann auch endlich zur Sache komme: Viele von euch wollten ja unbedingt erst etwas zu Smartboards erklärt bekommen, anstatt die Dinger einfach auszuprobieren und selbst auf naheliegende Szenarien zu kommen. Falls eure Schulung dazu noch nicht stattgefunden hat oder ihr eine Auffrischung wünscht, gibt es da in diesem Internet womöglich etwas für euch.


In diesem Video erzählt Jürgen Handke die grundsätzliche Funktionsweise, …


…und hier geht er ein wenig näher auf die Bedienung bzw. den Einsatz für bestimmte Szenarien ein.

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