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Braucht ihr in Braunschweig H5P?

Meine Begeisterung für die Software H5P dürfte hier im Portfolio schon durchgedrungen sein. Es lassen sich damit ganz verschiedene interaktive Inhalte für das Web erstellen, die in der Lehre eingesetzt werden können. Größter Beliebtheit scheinen sich interaktive Videos zu erfreuen. Vom simplen Einbinden von Multiple-Choice-Fragen bis hin zu „videobasierten Spielbüchern“ ist damit wirklich viel möglich. Die anderen Inhaltsformen sollte man aber nicht ignorieren! Das allein ist aber nicht, was mich entzücken lässt:

  • H5P ist Open-Source-Software. Der Quelltext ist unter einer freien Lizenz verfügbar und kann somit von jeder/jedem kostenlos genutzt und auch verändert werden.
  • H5P hat eine kleine, aber feine Community. Die HauptprogrammiererInnen zähle ich auch dazu. Man hilft sich gegenseitig, Fragen werden schnell beantwortet, und man kann die Entwicklung mitbestimmen.
  • H5P nutzt offene moderne Standards und Schnittstellen. Das macht die Software grundsätzlich zukunftstauglich und flexibel.
  • H5P-Inhalte können „mitgenommen“ werden. Inhalte, die mit H5P erstellt wurden, sind unabhängig von der umgebenden Plattform. Sollte die einmal gewechselt werden, müssen die Inhalte nicht neu erstellt werden. Außerdem können andere die Inhalte sehr einfach weiter verwenden (Stichwort Open Educational Resources).

An der TU Braunschweig gibt es das Problem, dass H5P-Inhalte zwar in Stud.IP eingebunden werden können, mangels PlugIn aber anderswo erstellt und gelagert werden müssen. Der Wille zum Bereitstellen von Ressourcen, um ein entsprechendes PlugIn zu entwickeln oder entwickeln zu lassen, scheint allerdings nicht gegeben zu sein. Schade, denn Interesse ist in Braunschweig wohl vorhanden. Ich bin jedenfalls unabhängig voneinander von zwei Personen bereits gefragt worden, wie man das Dilemma konkret umgehen kann – denn man kann, wenn man will. Ich kann mir zudem gut vorstellen, dass es noch mehr ungeäußertes oder mangels Information noch gar nicht gewecktes Interesse gibt. Braucht ihr in Braunschweig H5P? Sprecht darüber, tut euch zusammen, probiert aus, nervt – quatscht mich bei Bedarf an.

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Welche „Scientific Legends“ kennt ihr?

Das urban dictionary versteht unter einer „urban legend“:

„A modern myth. A frightening untrue story in which the storyteller insists is true, but has no evidence to back up. Also, it never happened to the storyteller but someone removed from them.“

Kann es in der Wissenschaft nicht geben, oder? Da ist doch alles wahr. Dort werden schließlich Belege für die eigenen Aussagen mitgeliefert. Dumm nur, wenn man sich blind auf fremde Aussagen verlässt. Noch dümmer, wenn das mehrere Leute tun und mit der Zeit vermeintlich gesichertes Wissen entsteht. Dann entstehen „scientific legends“.

Von unterhaltsam …

Solche Legenden fallen manchmal in die Kategorie Unterhaltsames jenseits der Wissenschaft. Denkt etwa an Popeye. Der Comic-Seemann verdankt seine besondere Fähigkeit der Tatsache, dass wissenschaftliche Ergebnisse für getrockneten Spinat auf frischen Spinat übertragen wurden – nehme ich zumindest an, denn die Originalquelle von 1890 konnte ich nicht finden 😉

Manchmal entstehen auch unterhaltsame Dinge innerhalb der Wissenschaftswelt. Im vergangenen Jahrhundert etablierte sich beispielsweise ein/e S. B. Preuss als Co-Autor von Albert Einstein. Ob Herr oder Frau weiß man nicht genau, weil es die Person nie gab. Eine Theorie geht davon aus, dass über das Stille-Post-Prinzip die Quellenangabe „Einstein. A. (1931). Sitzungsber. Preuss. Akad. Wiss. 235-37.“ nach und nach zu „Einstein, A., and Preuss, S.B. (1931). Akad. Wiss. 235-37“ wurde. (Danke an Elin Zincke, über die ich von S. B. Preuss erfahren habe.)

… bis weniger unterhaltsam

Über den Grad des Ausmaßes kann ich nichts sagen, aber manchmal halten sich auch fachliche Legenden innerhalb der Wissenschafts- oder wissenschaftsnahen Welt. Das finde ich dann weniger unterhaltsam. Vor ein paar Jahren bin ich bei Recherchen in verschiedenen Veröffentlichungen über eine solche gestolpert: die Lernpyramide. Schaut bloß mal in der Google Bildsuche, wie oft ihr darauf stoßt. Als Quelle werden häufig die National Training Laboratories angegeben. Wie Lalley und Miller herausfanden, haben diese zwar mit Studien in dem Feld zu tun gehabt, eine konkrete Publikation könnten sie aber selbst nicht nennen. Losgelöst davon seien aber auch die vermeintlichen Ergebnisse nicht haltbar. Wenn also mal wieder jemand von einer Hierarchie von Lernformen mit Bezug auf die Erinnerungsleistung spricht und sich auf diese Lernpyramide beruft … Oh, wait! Was ist denn das hier im aktuellen Sammelband der GML2-Tagung aus dem Jahre 2016 auf Seite 78?

Was kennt ihr noch?

Gerade die letzte Kategorie finde ich momentan interessant. Welche scientific legends kennt ihr noch, die sich in der Wissenschaft selbst oder in wissenschaftsnahen Bereichen halten? Falls ihr da schöne Beispiele habt, hinterlasst doch einfach ein paar Zeilen als Kommentar.

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roBOTer

Setzen wir auf meinen kurzen Beitrag von gestern doch noch einen drauf: Künftig könnte es nicht nur möglich sein, dass Bots als virtuelle Wesen Lehraufgaben übernehmen. Sie könnten sogar eine physische Form bekommen. Von Teaching Robots in verschiedenen Ausprägungen wusste jedenfalls vergangene Woche Matthias Rohs in Berlin zu berichten. Nun bin ich auf eure Gedanken dazu gespannt.

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Bots – Heißer Scheiß oder Option für die Zukunft

Wer die Edu-Tech-Szene halbwegs verfolgt, dürfte in letzter am Thema Chatbots kaum vorbei gekommen sein. 50 Jahre nach der Geburt von Eliza machen die künstlichen Gesprächspartner wieder von sich Reden – diesmal im Bereich der Lehre. Sie sollen anhand von Fragen Lernender erkennen, was diese benötigen, und passende Antworten bereithalten. Siri & Co. lassen grüßen. Dass die Fähigkeiten aber deutlich über die Ansage der Uhrzeit oder des Wetters für die nächsten drei Tage hinausgehen, zeigt ein Versuch der Georgia Tech. Dort wurde Jill Watson eingestellt, um online Studierenden beim Schreiben von Hausarbeiten zu unterstützen. Jill Watson war ein Bot. Sie beantwortete geflissentlich die Fragen der Studierenden und blieb unerkannt, bis der zuständige Professor nach der letzten abgegebenen Seite die Katze aus dem Sack ließ.

Was geht euch zu solchen Chatbots für die Lehre durch den Kopf?

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