Faszination Faktenwissen

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Seit einigen Wochen spiele ich Quizduell, das grob nach dem folgenden Prinzip funktioniert: Jeweils zwei Personen spielen gegeneinander. Sie erhalten in sechs Runden je drei Fragen aus ganz unterschiedlichen Themengebieten. Zu jeder Frage werden vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben, wie man es etwa von „Wer wird Millionär kennt“. Wer dann Ende mehr richtige Antworten gegeben hat, hat das Spiel gewonnen und steigt im Ranking auf. Ich finde die Sache unerwartet fesselnd und schlage teilweise einzelne Themen sogar nach, bei denen ich offenbar Lücken habe.

Vermutlich bin ich nicht die erste Person, die die Idee hat: Ließe sich das Prinzip mit einer passenden App nicht auch in die Lehre integrieren? Multiple-Choice-Tests sind natürlich in ihren Möglichkeiten beschränkt. Mit ihnen wird eher Faktenwissen als Verständnis abgefragt, und ihre Erstellung kostet viel Zeit, wenn sie gut sein sollen. Entsprechende Fragen werden aber in verschiedenen Formaten bereits genutzt, beispielsweise…

  • um Lernenden automatisch ein (erstes) Feedback zu ihrem Kenntnisstand zu vermitteln (beliebt in xMOOCs),
  • um Lernenden zu unterstützen, sich auf Präsenzphasen vorzubereiten (etwa beim Just-in-Time-Teaching) oder
  • gar als E-Assessment in Prüfungssituationen.

Den Quizduell-Modus könnte ich mir bei bestimmten Rahmenbedingungen gut als spielerisches Angebot vorstellen, das für einen Kurs motivierender wirkt als die „normalen“ Multiple-Choice-Geschichten, die über Lernmanagementsysteme möglich sind. Eine Anbindung an eben diese ist aber prinzipiell denkbar – und gerüchteweise mit der App Wann? Wo? Wieviel? und ILIAS möglich, kann ich aber noch nicht bestätigen. Warum sollten bereits erstellte Fragen nicht weiter verwendet werden? Durchaus auch solche von anderen Lehrenden – ein passender, frei zugänglicher und einfach nutzbarer Pool an guten Fragen natürlich vorausgesetzt (Stichwort: OER).

Was meint ihr zur Quizduell-Lehre-Tauglichkeit?

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2 Kommentar auf “Faszination Faktenwissen
  1. Kirsten Will sagt:

    Ich schätze es, ähnlich wie Du, als eine super Motivationsmethode ein. Ich kenne auch begeisterte Quizdueller…dort weiß man gegen wen man spielt und kann andere herausfordern. Da sehe ich ein großes Spielpotential auch für die Lehre – seine Kommilitonen herauszufordern. Natürlich nur, wenn die Fragen gut sind. Inhaltlich wäre es durchaus denkbar, nicht nur fachspezifische Bereiche abzufragen, sondern es mit Allgmeinwissen zu mischen. So wird es vielleicht spannender und auch diejenigen, die im Stoff nicht so stark sind, hätten Gewinnchancen.
    Ob allerdings der gewünschte Effekt eintritt, sich bei Wissenslücken näher mit dem Stoff zu beschäftigen, da zweifle ich gerade noch. Das wäre auszuprobieren.

    • Oliver Tacke sagt:

      Yup. Versuch macht kluch. Liegt natürlich einerseits in der Verantwortung jedes/jeder einzelnen Lernenden, ob er/sie festgestellte Lücken schließt oder nicht. Ergänzend könnte das natürlich auch der Lehrende übernehmen: Wenn einige Fragen vom überwiegenden Teil der Lernenden häufig falsch beantwortet werden, kann dort womöglich noch einmal angesetzt werden.

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