Design Thinking II: Es wird konkret

Die Planungsphase ging schneller vorüber als gedacht und mittlerweile feiern die Trainings schon „Bergfest“, denn der erste Tag der dritten – von insgesamt fünf – Trainingsgruppen ist heute zu Ende gegangen.

Im Verlauf des Trainings wird deutlich, dass es ein sehr anspruchsvolles Ziel ist, den Teilnehmenden in zwei Tagen den Design Thinking Prozess und das entsprechende Mindset nahezubringen und am Ende von Tag 2 bereits einen vorzeigbaren Prototyp zu erwarten. Doch bisher schlagen sich die Gruppen wacker und es entstehen bereits einige Ideen, die im nächsten Semester durchaus in den TU Alltag integriert werden könnten. Doch ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, sondern hoffe auf reges Erscheinen bei den Ergebnispräsentationen am Tag der Lehre, am 3.6.2015. Die Präsentationen finden an der Treppe im Altgebäude im Zeitraum zwischen 14:00-16:30 Uhr statt.

Stattdessen noch ein wenig Reflektion zu meiner Herangehensweise und zum Feedback der Teilnehmer.

Um die Kollaboration und Interaktion zwischen den verschiedenen Trainingsgruppen zu ermöglichen, habe ich mich dagegen entschieden StudIP als Haupt- E-Learning Plattform zu verwenden. Stattdessen nutze ich einen globalen Moodle-Kurs, in den sich alle Trainingsteilnehmer eintragen können. Der Hintergrund hierzu ist, dass ich insgesamt fünf Trainings anbiete, in denen die Teams, die jeweils drei gleichen Herausforderungen bearbeiten:

  • Team 1: Wie können wir der TU Braunschweig helfen die beste Lehre zu erkennen und gezielt zu fördern?
  • Team 2: Wie können wir die TU Braunschweig dabei unterstützen ihr Studiumsangebot an die Bedürfnisse der Studenten anzupassen?
  • Team 3: Wie können wir mit der TU Braunschweig Lernmöglichkeiten gestalten, die auf die Studenten zugeschnitten sind?

Um zu verhindern, dass immer die gleichen Lösungen gefunden werden, aber die einzelnen Teams auch Feedbacks von Teilnehmern aus anderen Trainingsgruppen erhalten können, habe ich Moodle als Plattform gewählt, auf der die Teams anhand eines vor-definierten Templates ihre Idee (Prototype) beschreiben. Diese kann dann von Teams aus anderen Gruppen gesehen und kommentiert werden.

Obwohl die Anmeldung bei Moodle reibungslos funktioniert, findet noch kein Austausch unter den Studenten statt, sodass noch nicht davon gesprochen werden kann, dass das Angebot funktioniert. Doch ich hoffe, dass die Motivation steigt, sobald mehrere Gruppen das Training durchlaufen haben und ihre Prototypen online finden und ein gegenseitiger Austausch katalysiert wird.

Ein weiterer Aspekt sind die Aufgabenstellungen und Dauer der Projekte. Ich habe von den Studierenden das Feedback erhalten, dass die Aussicht sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die Lehre verbessert werden kann, nicht anziehend wirkt. Ich mache jedoch die Erfahrung, dass sich die meisten Teams von dieser anfänglichen Skepsis lösen können und interessiert an den Herausforderungen arbeiten. Dabei stellt sich für mich aus didaktischer Sicht jedoch das Problem, dass die Teilnehmer selbst Studierende sind und es häufig schwer fällt als „Tabula Rasa“ an das Projekt heranzutreten. Dabei denke ich, dass eine gewisse „Novizen-Sicht“ auf die Themen aus der Prozessperspektive durchaus wünschenswert wäre.

Dazu gehen unsere handlungsbezogenenen Kompetenztrainings in der Regel drei Tage. Da unser letzter Termin jedoch der Tag der Lehre ist, haben wir nur zwei Tage um in den Prozess zu finden und einen Prototypen zu erstellen. Für zukünftige Trainings würde ich mir wünschen, dass Institute, andere universitäre Einrichtungen oder vielleicht sogar Kooperationspartner aus der Wirtschaft die Chance bekommen Problemstellungen in die Trainings hineinzugeben. Optimal wäre aus meiner Sicht folgendes Szenario: An Tag 1 stellt ein/e Vertreter/in die Herausforderung vor und besucht am Ende von Tag drei die Ergebnispräsentation und gibt Feedback zu den Prototypen. Dies wäre eine mögliche Weiterentwicklung, bzw. Iteration ganz im Sinne des Design Thinking Prozesses 🙂

Bei Fragen oder für weitere Anregungen stehe ich gerne per Email zu Verfügung: p.endrejat@tu-bs.de

 

Design Thinking I: Beschreibung des Projektes

Im Rahmen der Trainings handlungsbezogener Trainings (HBK)  sollen ab dem SoSe 2015 Kurse im Design Thinking angeboten werden.

„Design Thinking ist eine Methode, die zur Lösung von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll“ weiß Wikipedia. Doch so wie ich Design Thinking (DT) verstehe ist es mehr als nur eine Methode, sondern auch ein Mind-Set. Und dieses kann man nicht aus Büchern oder 1,5 stündigen Seminaren lernen, von daher sind die ganz-tägigen Trainingformate ideal interessierten Studierenden DT nahzubringen.

Ein DT Prozess sollte sich zudem nicht darauf fokussieren die theoretischen Aspekte zu behandeln (was ist die Theorie dahinter), sondern hands-on (sowohl wörtlich, als auch im übertragenen Sinne) vermittelt werden. Daher trifft es sich optimal, dass eine Kooperation mit den Veranstaltern des Tages der Lehre (TDL) möglich ist.

 

Weitere Informationen:

Ein inspiriendes Video, was Design Thinking sein kann:

 

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Über mich

Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Arbeits- Organisations-  und Sozialpsychologie. Ein CV sowie meine Forschungsinteressen finden sich auf der Homepage unserer Abteilung