20 bis 30 Minuten Vorlesung – wie viel (Inhalt) ist möglich

Was schaffe ich in 20 bis 30 Minuten? Wie gehe ich vor? Was mache ich, was lasse ich selber weg? Wie viel kann ich vermitteln?

Diese Erfahrung durfte ich neulich machen – an einer anderen Hochschule. 30 Minuten „fremdes“ Thema, 20 Minuten „eigenes“ Thema, mit klaren Zeitvorgaben und unbekannten Studenten. Kein ganz leichtes Unterfangen. Was wissen sie schon? Was kann ich voraussetzen? Wie schnell/langsam darf ich vorgehen? Alles Fragen, die aufkamen und auf die ich keine richtige Antwort – im Vorfeld – hatte. Eine „typische“ Struktur fiel für mich weg. Es gab also keine Wiederholung vom „letzten Mal“, da es kein „letztes Mal“ gab, und damit gab es auch keine Fragen zur vergangenen Veranstaltung durch die Studenten. Ich konnte/musste also gleich loslegen. Wo hole ich die Studenten ab? Wohin kann ich sie in 20 bzw. 30 Minuten führen?

Ich habe versucht, trotz der Kürze der Zeit eine kleine Runde zu schlagen, so dass ich am Ende von einer Fragestellung zu einem Ergebnis gekommen bin. Aber trotz intensiver Vorbereitung ist mir im Nachhinein bewusst geworden, dass es „zu viel“ war. Durch den knapp bemessen Zeitraum und dadurch, dass ich ja auch „etwas schaffen wollte“, hab ich zu viel vermitteln wollen. Und ich habe auch den Unsicherheitsfaktor „Fragen an die Studenten“ bzw. „Einbeziehen der Studenten“ ausgelassen – wiedermal wegen der knapp bemessenen Zeit… Und so konnte ich nur an den Gesichtern der Studenten versuchen abzulesen, wie es aussieht – und ja, es war zu viel.

Was kann ich beim nächsten Mal verändern/verbessern/unterlassen/einfügen…???

  • Weniger ist mehr
  • „Fragen an die Studenten“ bzw. „Einbeziehen der Studenten“ trotz Unberechenbarkeit mitnehmen, am besten sogar einplanen
  • Anstatt Powerpoint – mit Anfang und Ende – lieber freies Tafelbild bzw. Flipchart (hier ist ja eine gewisse Vorbereitung möglich)
  • 1,5 h Vorlesung planen, dann runterrechen auf 20 bzw. 30  Minuten – was ist also wirklich möglich zu schaffen?
  • Vorher nicht ewig im stillen Kämmerlein üben – bringt nichts…

Eins bleibt aber festzuhalten: ich habe in den 20 + 30 Minuten unheimlich viel über Lehren, Lernen, Verständnis, „in Studentengesichtern lesen“, Spontanität, Mut zu Neuem, etc. gelernt…

 

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